1743 wurde der
älteste Sohn David in Herrnhaag geboren, dem fünf weitere Brüder folgten,
die alle das Schreinerhandwerk erlernten und zeitweise in der Werkstatt
ihres Vaters tätig waren.
1750
wurde die Herrnhuter Gemeine aus Herrnhaag ausgewiesen. Abraham Roentgen
zog mit seiner Familie und weiteren vierzig Herrnhutern nach Neuwied,
wo ihnen Graf Friedrich Alexander zu Wied eine Siedlungsfläche zu Verfügung
stellte. Abraham beteiligte sich am Bau der gemeinschaftlichen Gebäude
und errichtete ein eigenes Haus mit Werkstatt. In der Folgezeit entwickelte
er vor allem mit seinem talentierten Sohn David Möbel mit sonst unerreichten
farbig garnierten malerischen Marketerien im Mosaikverfahren sowie mit
prächtigen Inneneinrichtungen. Der Trierer Kurfürst und Erzbischof wurde
sein wichtigster Kunde.
Durch
die Anschaffung teurer Materialien und Lagerung der fertigen Möbel geriet
er nach dem Siebenjährigen Krieg in finanziellen Schwierigkeiten. Eine
1769 von Sohn David veranstaltete Möbellotterie in Hamburg brachte die
Rettung.
Seinem
Sohn übergab er 1772 offiziell die Werkstatt, in der nun schon mehr
als zehn Mitarbeiter tätig waren. Er selbst arbeitete noch weiterhin
im Betrieb.
Im Alter von 74
Jahren entschloss sich Abraham zum Umzug in die Brüdergemeine in Herrnhut.
Dort starb er hochbetagt am 01.03.1793.